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  • Burgos

    9. Tag – Durch Rioja nach Villafranca

    Von Santa Domingo ging es sehr früh los durch das berühmte Weingebiet Spaniens – Rioja. Einige Weintrauben konnte man sogar schon essen, bzw. ließ ich es mir nicht nehmen zumindest ein paar zu probieren. In Belorado wurde ein kleiner Zwischenstopp gemacht um für die letzte große Etappe am Nachmittag gewappnet zu sein. Erschöpfte Pilger machten bereits um 12 Uhr Schluss und suchten gleich einen Platz in der Herberge. Ich traf zwei Frauen aus Deutschland , die ebenfalls noch eine weitere Etappe am Nachmittag in Angriff nahmen. Der Weg nach Villafranca wurde wieder mal sehr anstrengend und der Nachmittag allgemein sehr heiß. In Villafranca angekommen, fand ich eine sehr nette Herberge vor, die sogar Luftmatratzen zur Verfügung stellte. Um diesen “Luxus” so lange wie möglich auszunutzen, ging ich auch baldigst schlafen.

    10. Tag – Endlich in Burgos

    Nach einer herrlichen Nacht stand die nächste Etappe nach Burgos auf dem Plan. Nach einem ersten steilen Anstieg passierte etwas, womit ich überhaupt nicht gerechnet hatte. Es begann zu regnen. Zuerst nur ein paar Tropfen, doch bald wurde richtiger Regen daraus und der Regenschutz wurde unverzichtbar. Bald ging es durch einen Wald mit einer Brandschutzschneise, deren Boden aus roter Erde bestand. Dieser hatte sich jedoch durch den andauernden Regen in eine große Schlammstraße verwandelt. Dementsprechend langsam ging es voran und auch der Regenschutz ließ zu wünschen übrig und ich dachte nur: “Hätte ich bloß etwas mehr für den Regenschutz ausgegeben”. Irgendwann erreichte ich doch noch Burgos und ich suchte ein Hotel um mich zu stärken, aufzuwärmen und etwas zu erholen. Nach einer schönen Dusche und einem guten Abendessen wurde die wirklich sehenswerte Stadt (vor allem die Kathedrale muss man unbedingt sehen!) noch etwas erkundet, bevor es zeitig ins Bett ging.

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    11. Tag – Ein harter Weg

    Um 8 Uhr morgens ging es durch die Vorstadt von Burgos, vorbei an der Kathedrale und dann direkt auf eine asphaltierte Straße. Unter anderem wanderten wir unter einer Autobahnbrücke hindurch. Diese Strecke war eine wirkliche Qual, vor allem weil die Füße es nicht gewohnt sind, auf einem solch harten Boden zu wandern. Ein paar Schmerztabletten halfen mir dabei, den restlichen Tag zu überstehen. Diese Etappe war nicht sehr ereignisreich und auch nicht sonderlich sehenswert. Sie orientierte sich mehr an den örtlichen Straßen und bereitete mehr Schmerzen als Freuden. Die Herberge am Abend war wieder 1A Spitzenklasse, doch die Nachtruhe wurde durch lautes Schnarchen (wie immer) begleitet.

    12. Tag – Frómista

    Die Schmerzen in den Beinen machten sich durch Hinken bemerkbar. Erst nach ein paar 100 Meter kam man wieder auf Betriebstemperatur und das Pilgern konnte wie gewohnt fortgeführt werden. Nach einem riesigen Sonnenblumenfeld versperrte mir ein großer Hügel die Sicht. Man erkannte bereits aus der Ferne einen schmalen Aufstieg und ein paar Pilger, die sich schon abmühten. Der Aufstieg war wirklich steil und forderte das Äußerste von jedem Einzelnen. Auf der Spitze angekommen, erstreckte sich ein riesiges Plateau, welches lange, staubige Wege für die weitere Reise anbot. In Fròmista angekommen, hatte man sogar die Möglichkeit, sich über die neuesten Geschehnisse via Internet zu informieren. Danach ging es aber auch bald ins Bett, um sich vom anstrengenden Tag zu erholen.

    13. Tag – Ein Swimmingpool in der Wüste

    Es war noch sehr dunkel als es an diesem Tag losging und so folgte man einfach ein paar anderen Pilgern, die sich mit Hilfe von Stirnlampen Orientierung verschafft hatten. Diesmal bot der Weg eine Verlockung, die man wohl am wenigsten erwartet hätte. Seitlich am Weg folgte in regelmäßigen Abständen eine Reklame für eine Bäckerei in einer der folgenden Städte. Sie zeigte abwechselnd leckere Köstlichkeiten und machte einen immer mehr mit dem Gedanken vertraut, beim Einzug in die Stadt gleich zuzuschlagen und sich etwas zu gönnen. Tja, in der Stadt angekommen, zeigte sich wieder einmal, dass die Spanier ihre Mittagszeit sehr ernst nehmen. Die Bäckerei war von 12:00 Uhr bis 15:00 Uhr geschlossen. Glücklich darüber, dass man keine unnötigen Kalorien zu sich genommen hatte, ging es weiter auf die letzte 17 Kilometer Etappe für diesen Tag. Die Straße wollte einfach kein Ende nehmen. Nirgends war ein Dorf zu sehen und langsam dämmerte es schon. Irgendwie kam die Verzweiflung hoch und plötzlich sah ich ein Gebäude aus der Entfernung. Leider war es nur ein Friedhof und weit und breit kein Dorf. Man fragt sich wirklich, warum hier dann ein Friedhof ist? Nach einem weiteren Kilometer endlich die Erlösung. In einer Senke, nicht sichtbar aus der Entfernung, lag das angestrebte Dorf mit einer Herberge. Ein Stein fiel mir vom Herzen und zu meiner Begeisterung entdeckte ich, dass die Herberge sogar einen Swimmingpool hatte. Irgendwie kurios, aber eigentlich ganz praktisch.

  • Die Anreise

    0. Tag – Biarritz

    Der Flughafen von Biarritz ist nicht wirklich groß, deshalb hatte ich auch an die Stadt selbst keine hohen Erwartungen. Ich wollte hier nur einmal übernachten und mich am nächsten Tag auf den Weg nach Saint Jean Pied de Port machen. Ich stieg also in den Bus und fuhr in die Stadt. Wow dachte ich mir, was ist das für ein schönes Fleckchen Erde, das ich gerade gefunden habe. Ich war überwältigt.

    Die Stadt Biarritz liegt direkt an der Nordküste Spaniens und bietet einen wunderschönen Blick auf das Meer, eine atemberaubende Küstenlandschaft mit Sandstrand und Klippen, sowie eine beeindruckende Strandpromenade mit stilvollen Häusern, Hotels und sogar einem Casino. Dazu mischen sich noch kleinere Restaurants mit exklusivem Meerblick und dahinter findet man noch eine bezaubernde Altstadt.

    1. Tag – Jetzt aber los

    Nach einem herrlichen Abendessen in einer Pizzeria mit Meerblick, inklusive Sonnenuntergang, legte ich mich natürlich schlafen, denn am nächsten Morgen sollte es ja losgehen. Natürlich läutete der Wecker viel zu früh und ich ließ es mir nicht nehmen, mich noch einmal im Bett umzudrehen und kurz die Augen zu schließen. 2 Stunden später (!!) sprang ich aus dem Bett und rannte zum Bus nach Bayonne. Von dort aus gab es einen Direktzug nach Saint Jean Pied de Port, der durch zahlreiche Täler der Pyrenäen führte und voll mit Pilgern und ihren Spazierstöcken war. Hier traf man bereits auf Personen unterschiedlichster Nationalitäten und jeder Altersklasse. Das Pilgern ist einfach für Jung und Alt gleichermaßen geeignet!

  • Tagebuch

    Das Tagebuch stellt nur einen kurzen Abriss meiner wirklich aufregenden Reise auf dem Jakobsweg in Spanien dar. Es soll Ihnen aber das Pilgern schmackhaft machen und zeigen, dass man trotz kleinerer Hürden so ziemlich alles bewältigen kann.

    Insgesamt hat die Reise 22 Tage in Anspruch genommen. Für die 800 Kilometer ergibt dies eine durchschnittliche Tagesetappe von ca. 36 Kilometern. Natürlich kann man nicht jeden Tag dieselbe Leistung erbringen – schon gar nicht wenn man mit sehr großen Höhenunterschieden zu kämpfen hat. Dennoch ist es möglich, den Camino Francés in dieser Zeit zu absolvieren.

    Generell empfehle ich, sich mehr als 22 Tage Zeit zu nehmen, um die Vielfältigkeit des Landes, der Kultur und der Menschen noch besser erfassen zu können. Alles weitere können Sie gleich im Tagebuch, welches mit der Anreise beginnt, nachlesen.

  • Via de la Plata

    Der südlichste Jakobsweg Spaniens

    Die Vía de la Plata („Silberstraße“) ist eine der längsten und geschichtsträchtigsten Pilgerrouten Spaniens. Sie führt auf über 900 Kilometern von Sevilla im sonnigen Andalusien bis nach Santiago de Compostela im grünen Galicien.

    Weniger bekannt als der Camino Francés, aber mindestens genauso faszinierend, bietet diese Route Pilgern eine eindrucksvolle Mischung aus Geschichte, Weite und Stille.


    1. Ursprung und Geschichte der Vía de la Plata

    Der Name „Vía de la Plata“ stammt nicht – wie oft angenommen – vom spanischen Wort plata („Silber“), sondern wahrscheinlich vom arabischen balāṭa, was „gepflasterter Weg“ bedeutet.

    Die Route folgt alten römischen Handels- und Heerstraßen, die einst Augusta Emerita (das heutige Mérida) mit Asturica Augusta (Astorga) verbanden. Entlang dieser Achse transportierten Händler Waren, Legionen zogen in den Norden, und später folgten ihnen Pilger auf dem Weg nach Santiago.

    Bis heute sind vielerorts Überreste römischer Brücken, Straßen und Meilensteine sichtbar – ein faszinierendes Zeugnis der Geschichte.


    2. Streckenverlauf – Von Andalusien bis Galicien

    Die Vía de la Plata führt durch einige der kulturell und landschaftlich vielfältigsten Regionen Spaniens:

    1. Andalusien:Start in Sevilla, einer der schönsten Städte Spaniens. Die Route führt über Itálica, die Ruinen einer römischen Stadt, weiter nach Zafra, das mit seinen weißen Häusern und engen Gassen begeistert.
    2. Extremadura:Diese Region beeindruckt durch unberührte Natur und geschichtsträchtige Städte wie Mérida (UNESCO-Welterbe), Cáceres und Plasencia.Pilger wandern hier oft tagelang durch einsame Landschaften, begleitet von Korkeichen, Olivenbäumen und weiten Himmelspanoramen.
    3. Kastilien und León:In Salamanca wartet eine der ältesten Universitäten Europas. Weiter nördlich erreicht man Zamora mit seiner romanischen Altstadt, bevor die Route nach León und Astorga führt, wo sie auf den Camino Francés trifft.
    4. Galicien:Der letzte Abschnitt führt durch das grüne, feuchte Galicien – vorbei an Hügeln, Wäldern und kleinen Dörfern – bis zur Kathedrale von Santiago de Compostela, dem Ziel aller Pilgerwege.

    3. Länge, Etappen und Dauer

    Die klassische Vía de la Plata ist etwa 965 Kilometer lang.

    Wer den gesamten Weg geht, sollte rund 6 bis 8 Wochen einplanen.

    Viele Pilger entscheiden sich jedoch, nur Teilstrecken zu laufen – z. B. von Sevilla bis Salamanca oder von Astorga bis Santiago, wo der Weg mit dem Camino Francés verschmilzt.


    4. Charakter und Besonderheiten der Route

    Die Vía de la Plata unterscheidet sich deutlich von anderen Jakobswegen:

    • 🏞️ Landschaft: Weite, stille Ebenen im Süden, hügelige Wälder im Norden.
    • ☀️ Klima: Sehr heiß in Andalusien und Extremadura – ideal für Frühling und Herbst.
    • 🕊️ Ruhe: Weniger frequentiert, ideal für Pilger, die Einsamkeit und Stille suchen.
    • 🏛️ Kultur: Zahlreiche römische Bauwerke, Klöster und Kathedralen entlang der Strecke.
    • 🛏️ Infrastruktur: Weniger Herbergen als auf dem Camino Francés, daher ist gute Planung wichtig.

    5. Beste Reisezeit

    Die beste Zeit für die Vía de la Plata ist:

    • Frühling (März–Mai): Angenehme Temperaturen, blühende Landschaften.
    • Herbst (September–Oktober): Warm, aber nicht zu heiß.Im Sommer kann es in Andalusien und der Extremadura über 40 °C werden – dann ist das Pilgern nur bedingt empfehlenswert.

    6. Pilgererlebnis auf der Vía de la Plata

    Die Vía de la Plata ist mehr als ein Wanderweg – sie ist ein spirituelles Abenteuer.

    Wer sich auf diesen Weg einlässt, erlebt:

    • Einsamkeit und Entschleunigung inmitten weiter Landschaften.
    • Herzlichkeit der Menschen in kleinen Dörfern und Städten.
    • Kulturelle Vielfalt, von maurischer Architektur bis zu gotischen Kathedralen.

    ✨ „Die Vía de la Plata ist der Weg der Weite – draußen wie im Inneren.“


    7. Praktische Tipps

    • Wasser und Verpflegung:Zwischen manchen Etappen liegen 20–30 km ohne Versorgungsmöglichkeit – immer genug Wasser mitführen!
    • Ausrüstung:Sonnenschutz, Hut und atmungsaktive Kleidung sind Pflicht.
    • Navigation:Gute Karten oder eine Pilger-App (z. B. Buen Camino) helfen in entlegenen Abschnitten.
    • Pilgerausweis:Auch hier erhält man den Credencial del Peregrino, um Stempel zu sammeln und am Ende die Compostela zu bekommen.

    8. Fazit

    Die Vía de la Plata ist eine eindrucksvolle Alternative zu den bekannteren Jakobswegen.

    Sie fordert körperliche Ausdauer, belohnt aber mit Ruhe, Ursprünglichkeit und tiefer Verbundenheit mit der Geschichte Spaniens.

    Wer sich auf diese Route wagt, erlebt den Jakobsweg in seiner vielleicht reinsten und authentischsten Form – fernab des touristischen Trubels.

    Buen Camino – und möge dich der Weg führen wie schon die Pilger vor 2.000 Jahren.

  • Camino Primitivo

    Der ursprüngliche Jakobsweg durch Asturien und Galicien

    Der Camino Primitivo (deutsch: „Ursprünglicher Weg“) gilt als der älteste aller Jakobswege. Er wurde bereits im 9. Jahrhundert von Pilgern genutzt – darunter vermutlich auch der asturische König Alfonso II. „el Casto“, der sich nach der Entdeckung des Apostelgrabes in Santiago de Compostela persönlich auf den Weg machte.

    Damit ist der Camino Primitivo sozusagen der erste Camino de Santiago überhaupt – und bis heute einer der eindrucksvollsten.


    1. Historischer Hintergrund

    Nach der Legende erreichte König Alfonso II. die Nachricht, dass man in Galicien das Grab des Apostels Jakobus gefunden habe. Um die Echtheit zu prüfen, begab er sich zu Fuß von Oviedo nach Santiago de Compostela.

    Seine Route wurde bald von anderen Pilgern übernommen und bildete den Ursprung des gesamten Jakobsweg-Netzes.

    Noch heute trägt der Camino Primitivo den Geist dieser frühen Pilger: rau, authentisch, still und voller Geschichte.


    2. Streckenverlauf und Etappen

    Der Camino Primitivo startet in Oviedo, der Hauptstadt Asturiens, und führt über etwa 320 Kilometer bis nach Santiago de Compostela.

    Er verläuft durch eine atemberaubend grüne, teils gebirgige Landschaft, die zu den schönsten ganz Spaniens zählt.

    Wichtige Etappenorte entlang der Route sind:

    📍 Streckenverlauf und Etappen des Camino Primitivo

    Etappenziel Distanz bis Santiago Besonderheit
    Oviedo 322 km Ausgangspunkt des Camino Primitivo – Kathedrale San Salvador mit heiligen Reliquien.
    Grado 298 km Traditioneller Marktort; erste Etappe durch hügeliges Gelände.
    Tineo 270 km Historisches Pilgerdorf mit romanischer Kirche und altem Stadtkern.
    Pola de Allande 234 km Beginn der Bergregion; Aufstieg zum Puerto del Palo (1.146 m).
    Grandas de Salime 192 km Spektakulärer Abstieg mit Blick auf den Stausee von Salime.
    Lugo 108 km UNESCO-geschützte römische Stadtmauer – kulturelles Highlight der Route.
    Palas de Rei 72 km Verbindungspunkt mit dem Camino Francés; lebhafter Pilgerort.
    Arzúa 38 km Typisches Pilgerstädtchen mit traditionellem Käse – letzter Abschnitt bis Santiago.

    3. Landschaft und Charakter des Weges

    Der Camino Primitivo ist geprägt von wilden Bergen, tiefen Tälern und endlosen Wäldern.

    Er führt durch das Herz Asturiens und Galiciens – Regionen, in denen die Zeit vielerorts stehen geblieben zu sein scheint.

    • 🌄 Höhenmeter: Bis zu 1.200 m pro Etappe – der Weg ist körperlich anspruchsvoll.
    • 🏞️ Landschaft: Grüne Hügel, Nebelwälder, Viehweiden, Gebirgspfade.
    • 🏛️ Kultur: Romanische Kirchen, mittelalterliche Dörfer, urige Pilgerherbergen.
    • 🧘 Erlebnis: Ideal für Pilger, die Ruhe, Authentizität und Naturverbundenheit suchen.

    💬 „Der Camino Primitivo ist weniger ein Wanderweg – er ist ein Rückzugsort für die Seele.“


    4. Infrastruktur und Beschilderung

    Lange Zeit war der Camino Primitivo kaum ausgeschildert und die Infrastruktur spärlich.

    In den letzten Jahren wurde er jedoch stark verbessert:

    • Die gelben Jakobsmuscheln und Pfeile sind heute durchgehend gut sichtbar.
    • Es gibt ausreichend Herbergen, insbesondere in den größeren Orten wie Tineo, Lugo oder Arzúa.
    • Dennoch sollte man stets etwas Flexibilität mitbringen – manche Abschnitte sind dünn besiedelt, und die Distanzen zwischen Unterkünften können größer sein als auf anderen Wegen.

    5. Schwierigkeitsgrad und Anforderungen

    Der Camino Primitivo gilt als der anspruchsvollste Jakobsweg Spaniens.

    Mehrere Gebirgspässe mit steilen Auf- und Abstiegen erfordern Kondition, Trittsicherheit und Ausdauer.

    • Dauer: ca. 2–3 Wochen
    • Schwierigkeit: Hoch
    • Empfohlene Jahreszeit: Frühling bis Frühherbst (Mai–September)
    • Nicht empfohlen: Im Winter – Schnee und Regen können Wege unpassierbar machen.

    6. Verbindung zu anderen Routen

    Der Camino Primitivo ist eine natürliche Verbindung zwischen:

    • dem Camino del Norte (Küstenweg), mit dem er sich in Villaviciosa verzweigt, und
    • dem Camino Francés, dem er sich bei Palas de Rei anschließt.

    So kann man den Primitivo entweder als eigenständigen Pilgerweg gehen oder als Bergvariante zwischen Küste und Hauptweg nutzen.


    7. Höhepunkte entlang der Strecke

    ✨ Kathedrale von Oviedo:

    „Wer nach Santiago geht, ohne den Retter von Oviedo zu besuchen, besucht den Diener und nicht den Herrn.“ – so lautet ein altes Sprichwort unter Pilgern.

    🏰 Lugo:

    Ein Juwel römischer Geschichte mit vollständig erhaltener Stadtmauer – einzigartig in Europa.

    🌿 Galicische Dörfer:

    Nach Lugo beginnt das typische grüne Galicien mit Nebel, Eukalyptuswäldern und herzlichen Menschen.


    8. Fazit

    Der Camino Primitivo ist der Weg der Ursprünglichkeit, Herausforderung und inneren Einkehr.

    Er ist weniger komfortabel als der Camino Francés – aber genau das macht ihn so besonders.

    Wer ihn geht, erlebt den Jakobsweg in seiner reinsten Form, abseits des Trubels und tief verbunden mit Natur und Geschichte.

    „Camino Primitivo – wo der Jakobsweg begann und die Stille spricht.“

  • Camino Inglés

    Der Camino Inglés ist eine eher selten gewählte Route des Jakobswegs. Sie führt durch eine für Spanien ungewöhnliche Landschaft, die sogar Orangen- und Zitronenbäume wachsen lässt. Ein Vorteil dieser Route ist es auf jeden Fall, dass man sich nicht dem rauen Klima bzw. der Hitze Zentralspaniens (wie am Camino Francés) aussetzen muss. Regen ist auf diesem Weg allerdings keine Seltenheit. Aktuellen Pilgerberichten zufolge wird man im Tourismusbüro von Ferrol mit sehr vielen und ausführlichen Informationen bezüglich der Herbergen, der Strecke, dem Höhenprofil und alternativen Übernachtungsmöglichkeiten ausgestattet.

    Startpunkt

    Auch für den Camino Inglés gibt es zwei Startpunkte. Einerseits kann man von Ferrol aus der wunderschönen Küste Galiciens entlang pilgern, oder auch von A Coruña aus den etwas kürzeren Weg wählen. Hierbei sollte man jedoch eines beachten: Wer von A Coruna aus startet sollte sich bewusst sein, dass der Weg nach Santiago de Compostela unter 100 Kilometer liegt und man somit keinen Anspruch auf eine Pilgerurkunde hat. Es kann somit jedem Pilger empfohlen werden, zumindest von Ferrol aus zu starten. Außerdem bietet sich einem der Küste entlang ein wirklich spektakuläres und abwechslungsreiches Panorama.

    Wegverlauf

    Durch die zwei möglichen Startpunkte ergeben sich auch zwei unterschiedliche Weglängen. Der Weg von Ferrol bis nach Santiago de Compostela umfasst insgesamt 116 km. Der kürzere Weg – von La Coruña bis nach Santiago de Compostela – beträgt lediglich 72 km.

    Die Wege sind durchgängig mit dem berühmten gelben Pfeil oder der Jakobsmuschel beschildert. Somit ist ein Verirren auf dem Weg praktisch unmöglich. Insgesamt ist der Weg sehr abwechslungsreich und bietet eine schöne Kulisse für das Pilgern.

    Nachfolgend finden Sie den Camino Inglés auf der Karte eingezeichnet. Wie bereits erwähnt mit den zwei möglichen Starpunkten Ferrol und A Coruna.

    Anreise

    Für die Anreise an einen der zwei genannten Startpunkte empfiehlt sich generell die Anreise mit dem Flugzeug nach Santiago de Compostela. Von dort aus gibt es dann Busverbindungen nach Ferrol und A Coruña mit jenen sie nach 1 Stunde bzw. 2 1/2 Stunden das jeweilige Ziel erreichen. Alternativ bietet La Coruña auch einen eigenen Flughafen. Da aber dieser Flughafen nicht von allen Fluglinien angeflogen wird ist die erste genannte Anreisemöglichkeit eine Überlegung wert.

  • Camino Francés

    Der Camino Francès ist der bekannteste und auch der offizielle Jakobsweg in Spanien. Die heutige Routenführung entspricht am ehesten dem historischen Verlauf der einerseits durch die Mauren und andererseits durch Unruhen in Spanien im 11. Jahrhundert etwas verändert werden musste.

    Startpunkt

    Der Camino Francés beginnt traditionell in den Pyrenäen. Hierbei gibt es bereits am Start zwei alternative Routen die gewählt werden können. Die erste Möglichkeit ist der Pyrenäenpass Somport in Aragón. Dieser führt dann weiter nach Jaca, Sanguesa, Monreal und schließlich nach Puente la Reina. Die zweite Möglichkeit – wie sie hier auch detaillierte beschrieben ist – beginnt in Saint Jean Pied de Port und führt über Roncesvalles nach Pamplona und schließlich auch nach Puente la Reina, an dem sich beide Alternativen vereinen.

    Wegverlauf

    Im Wesentlichen teilt sich der über 800km lange Weg in vier große Etappen, die auch durch charakteristische Eigenschaften des Landes geprägt werden. Diese vier Etappen sind:

    • Die Pyrenäen (Navarra und Aragón)
    • Die Rioja (das Weinland)
    • Das spanische Kernland (Kastilien und León)
    • Galicien (das grüne Oberland)

    Jeder Abschnitt für sich ist ein eigenes Erlebnis auf dem Camino Francés, welcher sich hauptsächlich durch seine charakteristischen Landschaftszüge auszeichnet. Gespickt am Weg finden Sie viele kleine Dörfchen, Ortschaften und auch größere Städte mit vielen Einkehrmöglichkeiten, Herbergen und – ganz wichtig – Brunnen. Die größeren Städte die Sie durchqueren werden sind:

    • Pamplona
    • Estella
    • Logroño
    • Burgos
    • León
    • Astorga
    • Ponferrada
    • Sarria
    • Melide
    • Santiago de Compostela

    Die nachfolgende Karte zeigt den detaillierten Verlauf des Weges mit einzelnen Zwischenstationen (Dörfern und Städten) auf dem Camino Francés. Lesen Sie auch die Einträge im Tagebuch um weitere Informationen und vielleicht auch einen kleinen Vorgeschmack auf das, was vielleicht auf Sie zukommt, zu bekommen.

    Anreise

    Wenn eine Anreise mit dem Flugzeug geplant ist, interessiert Sie auch der Ort Biarritz. Dieser verfügt über einen Flughafen und eine malerische Küstenlandschaft die schon am Anfang zum Verweilen einlädt. Ich kann jedem empfehlen, sich vor der Pilgerreise hier einen Tag aufzuhalten und diesen wirklich wunderschönen Fleck Erde zu genießen. Die benachbarte Stadt Bayonne verfügt über einen Bahnhof, der direkte Zugverbindungen zu den zwei genannten Startpunkten Somport-Aragón oder Roncesvalles-Navarra anbietet.

    Tipp

    Vergessen Sie auch nicht, sich den Reiseführer Spanien: Jakobsweg Camino Francés zu besorgen. Dieser gibt Ihnen noch einmal viele Detailinformationen zu den einzelnen Abschnitten, sowie auch Informationen zu Herbergen, Einkaufsmöglichkeiten und besonderen Sehenswürdigkeiten.

  • Camino de la Costa

    An der französisch-spanischen Grenze beginnt eine weitere, sehr beliebte Route des Jakobswegs entlang der Küste. Diese Route wird Camino de la Costa (also Küstenweg), oder auch Camino del Norte genannt. Vorweg muss man gleich anmerken, dass diese Route im Vergleich zu anderen noch nicht so gut beschildert ist. Die gelben Pfeile sind nicht in diesem Ausmaß vorhanden, wie sie man z.B. am Camino Francés findet.

    Startpunkt

    Als Startpunkt des Camnio de la Costa gibt es zwei Alternativen. Die erste Alternative ist das französische Städtchen Hendaye. Die zweite Alternative ist nur ca. 5 km entfernt und ist die Ortschaft Irun, welche nahe der Grenze liegt aber sich bereits in Spanien befindet.

    Wegverlauf

    Diese Route umfasst ca. 825 Kilometer und zählt somit auch zu einer der längeren Alternativen des Jakobswegs. Auch der Camino de la Costa startet wie der Camino Francés an der französisch-spanischen Grenze. Der Weg führt durch San Sebastian, Bilbao und Santander und vereint sich dann mit dem Camino Francés in Arzua. Weiters hat man auch die Möglichkeit unterwegs in Oviedo auf den Camino Primitivo zu wechseln, welcher dann in Melide auf den Camino Francés führt.

    Der Weg selbst bietet eine atemberaubende Landschaft mit herrlichen Küstenansichten. Das Terrain ist größtenteils hügelig und viele Flüsse müssen mittels Brücken überquert werden. Durch den eher geringen Beliebtheitsgrad des Weges sind auch Unterkünfte in den jeweiligen Städten eher Mangelware, trotzdem sollte man immer einen Platz für die Nacht finden. Ein Hinweis noch: Das Wetter ist auf diesem Weg sehr wechselhaft, man sollte also auf alle Wetterlagen (vor allem auf Regen) vorbereitet sein.

    Anreise

    Ähnlich wie beim Camino Francés kann man auch beim Camino de la Costa entweder mit dem Zug über Paris nach Hendaye anreisen oder mit dem Flugzeug nach Biarritz. Danach geht es weiter mit zahlreichen Verbindungen mit spanischen Fernbusse zum letztendlichen Ausgangspunktes.

  • Die bekanntesten Jakobsweg-Routen im Überblick

    Kurzer Vergleich der wichtigsten Wege nach Santiago de Compostela – mit Distanz, Dauer, Schwierigkeit und Charakter.

    RouteStartpunktZielDistanzDauer (ca.)SchwierigkeitCharakter & Besonderheiten
    Camino FrancésSaint-Jean-Pied-de-Port / SomportSantiago de Compostela≈ 780–800 km4–5 WochenMittelDer Klassiker: vielfältige Landschaften, dichte Infrastruktur, historisch bedeutsam.
    Camino del Norte (Küstenweg)IrúnSantiago de Compostela≈ 825 km5–6 WochenAnspruchsvollEntlang der grünen Nordküste; spektakuläre Ausblicke, weniger überlaufen.
    Camino PrimitivoOviedoSantiago de Compostela≈ 320 km2–3 WochenHochÄltester Weg; bergig, ruhig, sehr ursprünglich – ideal für erfahrene Wanderer.
    Camino InglésFerrol / A CoruñaSantiago de Compostela≈ 120–160 km5–7 TageLeicht–MittelHistorischer Seefahrerweg; perfekt bei wenig Zeit, trotzdem echtes Pilgergefühl.
    Vía de la PlataSevillaSantiago de Compostela≈ 1.000 km6–8 WochenMittel–HochLängste Route Spaniens; viel Sonne, Weite und Einsamkeit auf alten Römerstraßen.
    Camino PortuguésPorto / LissabonSantiago de Compostela≈ 240–610 km2–4 WochenMittelGastfreundschaft, abwechslungsreiche Kultur; moderatere Etappen.

    Für Einsteiger

    Camino Inglés oder Camino Portugués: kurze bis moderate Distanzen, gute Anbindung & Infrastruktur.

    Für Naturfreunde

    Camino del Norte: Meeresblicke, grüne Küsten, hügelige Etappen – landschaftlich grandios.

    Für Abenteurer

    Camino Primitivo oder Vía de la Plata: anspruchsvoller, einsamer – dafür sehr ursprünglich und intensiv.

  • Die Routen

    Jakobsweg-Routen im Überblick – Die bekanntesten Wege durch Spanien und Europa

    „Der Jakobsweg beginnt dort, wo du dich gerade befindest.“

    Dieser alte Pilgerspruch beschreibt den Geist des Camino de Santiago treffend. Dennoch gibt es zahlreiche offizielle Routen, die seit Jahrhunderten von Pilgern beschritten werden. Diese Wege führen aus allen Teilen Europas nach Santiago de Compostela, dem Ziel der Pilgerreise.


    1. Die Vielfalt der Jakobswege in Europa

    Über ganz Europa zieht sich ein weit verzweigtes Netz von Pilgerwegen. Von Skandinavien bis Italien, von Polen bis Portugal – überall finden sich historische Routen, die sich in Spanien vereinen.

    Die folgende Karte (Original auf Wikipedia) zeigt einen Überblick über die wichtigsten europäischen Jakobswege:

    🗺️ Wege in Europa – ein Netzwerk spiritueller und kultureller Begegnungen.


    2. Der Camino Francés – Der Klassiker unter den Jakobswegen

    Der bekannteste und meistbegangene Weg ist der Camino Francés.

    Er führt auf rund 800 Kilometern quer durch Nordspanien und bietet eine unvergleichliche Mischung aus Geschichte, Kultur und Natur.

    Der Camino Francés beginnt wahlweise in:

    • Saint-Jean-Pied-de-Port (Frankreich) – über die Pyrenäen nach Roncesvalles (Navarra)
    • Somport (Aragón) – über Jaca nach Puente la Reina

    Beide Routen treffen sich in Puente la Reina, wo sie sich zu einem einzigen Hauptweg vereinen.

    Von dort führt der Camino durch vier landschaftlich völlig unterschiedliche Regionen:

    1. Navarra & Rioja – sanfte Weinberge, mittelalterliche Städte
    2. Kastilien und León – weite Ebenen und romanische Architektur
    3. Galicien – grüne Hügel, keltisches Erbe und mystische Atmosphäre

    ✨ Persönlicher Tipp: Ich selbst startete in Saint-Jean-Pied-de-Port – ein wunderschöner, historischer Ort am Fuß der Pyrenäen. Besonders beeindruckend war die Etappe nach Roncesvalles und der Besuch der Stadt Pamplona, die durch ihre Stierläufe weltbekannt ist.


    3. Weitere bekannte Jakobswege in Spanien

    Neben dem Camino Francés gibt es in Spanien mehrere bedeutende Alternativen – jede mit ihrem eigenen Charakter und Reiz:

    Camino Inglés

    Der historische Pilgerweg der Seefahrer.

    Er startet in den Häfen A Coruña oder Ferrol und führt über etwa 120 Kilometer nach Santiago. Ideal für alle, die nur wenig Zeit haben, aber dennoch echtes Pilgergefühl erleben möchten.

    Camino del Norte (Küstenweg)

    Ein spektakulärer Weg entlang der grünen Nordküste Spaniens.

    Er beginnt in Irún an der französischen Grenze und verläuft über San Sebastián, Bilbao und Santander bis nach Santiago. Perfekt für Natur- und Meeresliebhaber.

    Camino Primitivo

    Der älteste aller Jakobswege – rau, anspruchsvoll und wunderschön.

    Er startet in Oviedo und führt durch die Berge Asturiens und Galiciens. Ideal für erfahrene Wanderer, die Ruhe und Ursprünglichkeit suchen.

    Vía de la Plata

    Der längste spanische Jakobsweg, über 1.000 Kilometer von Sevilla im Süden Spaniens bis nach Santiago.

    Er folgt alten Römerstraßen durch Andalusien, Extremadura und Kastilien – eine Route für Abenteurer, die Einsamkeit und Weite lieben.


    4. Fazit: Für jeden Pilger der passende Weg

    Ob du dich für den Camino Francés, den Camino del Norte oder eine der anderen Routen entscheidest – jeder Weg hat seine eigene Energie und Geschichte.

    Am Ende zählt nicht, wo du startest, sondern dass du deinen persönlichen Camino findest.

    „Viele Wege führen nach Santiago – doch jeder führt auch zu dir selbst.“